An der Schwelle

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein grosser für die Menschheit. (Neil A. Armstrong)

Nun gut, das leuchtet ein. Doch was davor war, war der bewusste Entschluss über die Schwelle zu schreiten und das Gewohnte, das Sichere, immer Dagewesene, das Bewährte hinter sich zu lassen. Trittst du über die Schwelle zum unbekannten Neuen, so lässt du dich auch darauf ein, ein Stück deines Selbst neu zu entwerfen und zu gestalten. Du kannst dich nicht mehr hinter dem Alten und Festgefahrenen verstecken. Vielmehr bist unmittelbar nach dem Übergang verwundbar und vielleicht auch etwas schreckhaft. Zweifel überkommen dich und du hinterfragst deinen gewagten Entschluss. Doch gleichzeitig wird dir bewusst, dass du nicht einfach wieder zurück kannst. Die Schwelle von vorhin ist nicht mehr da. Das bekannte und bewährte System hat sich verändert und bereits begonnen sich aufzulösen oder sich neu zusammenzusetzen. Wird das System einmal verlassen und sei es nur für einen Augenblick, wird es nie mehr so erscheinen wie du es in Erinnerung hattest.

Also beginnt mit deiner Reise auch der Abschied und noch mehr die Katharsis. Du reinigst dein Leben davon, was es schwer machte, davon, was nicht wirklich zu dir gehörte, davon, was dich zurückhielt, du selbst zu werden.

Das, was dir eigen ist, bleibt bei deinem Wesen. Was dir eigen ist, begleitet dich und bleibt nicht statisch an einem Ort. Was dir eigen ist, ist still und du kannst es erst wahrnehmen, wenn du eine Katharsis zulässt.

Gehst du über die Schwelle, verlässt du den statischen Ort. Nur so entfaltet sich die Dynamik deines Selbstentwurfes.

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